Wer im eigenen Garten Rhabarber anbaut, kennt das Dilemma: Kaum zeigen sich im Frühling die ersten saftigen Stangen, stellt sich die Frage, wann der letzte Rhabarberkuchen gebacken sein muss. Eine alte Bauernregel setzt dem Genuss ein überraschend präzises Enddatum. Bis wann lässt sich Rhabarber eigentlich ernten — und warum?

Erntebeginn: April · Ernteende (Bauernregel): 24. Juni (Johannistag) · Risikofaktor nach Juni: Steigender Oxalsäuregehalt · Empfohlene Dauer: 8–10 Wochen · Pflanzenruhe: Nach Ernte für Regeneration

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Oxalsäurewerte pro Monat aus Laboranalysen fehlen
  • Regionale Variationen (Süddeutschland vs. Norden) nicht wissenschaftlich belegt
  • Sortenabhängige Unterschiede beim Oxalsäuregehalt unklar
3Zeitleisten-Signal
  • April: Niedrigster Oxalsäuregehalt, Erntebeginn
  • Ende April bis Mitte Juni: Haupterntephase
  • 24. Juni: Traditionelles Ernteende (Johannistag)
  • Ab Juli: Ruhephase, Pflanze regeneriert sich
4Wie es weitergeht
  • Nach Johannistag Ruhe gönnen, nicht mehr ernten
  • Kompostgabe nach letzter Ernte für nächste Saison
  • Im Herbst: Blätter absterben lassen, Pflanze überwintert
  • Nächste Ernte: Ab April desselben Jahres

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zur Rhabarberernte zusammen.

Kennzahl Wert Quelle
Standard-Erntezeitraum April bis 24. Juni Plantura
Traditionelles Ernteende 24. Juni (Johannistag) Utopia.de
Oxalsäuregehalt (Stangen) 150–500 mg pro 100 g Wurzelwerk
Tödliche Dosis Oxalsäure 5–15 g Wurzelwerk
Empfohlene Stangenanzahl Bis 50 % der Triebe Plantura
Niedrigster Oxalsäuregehalt April Botanik Guide
Erntejahr Ab zweitem Jahr nach Pflanzung Plantura
Pflanzenregeneration Ende Juni (zweiter Wachstumsschub) LWK Niedersachsen

Warum soll man Rhabarber nach Juni nicht mehr ernten bzw. essen?

Die Bauernregel ist unmissverständlich: Nach dem Johannistag (24. Juni) wird der Rhabarber nicht mehr geerntet. Doch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestätigt, dass die Tradition tatsächlich ihre Gründe hat.

Bauernregel zum Johannistag

Nach einer alten Bauernregel soll Rhabarber nach dem 24. Juni (Johannistag) nicht mehr geerntet und verzehrt werden. Es ist eine altbekannte Gärtnerweisheit, die historisch an das Ende der Sommersaison gebunden ist. Der Johannistag markiert die Zeit um die Sommersonnenwende und gilt seit Generationen als Stichtag für das Ernteende — wie bei Spargel.

Steigender Oxalsäuregehalt

Der eigentliche Grund liegt im steigenden Oxalsäuregehalt. Je länger die Erntezeit dauert, desto höher wird der Säuregehalt in den Stangen. Der Oxalsäuregehalt ist im April am niedrigsten und steigt bis Ende Juni stark an. Die Oxalsäure konzentriert sich hauptsächlich in den Blättern und im äußeren Rand älterer Stangen. Ab Mitte Juni erreicht der Gehalt nach Angaben von Das Kochrezept ein Niveau, das den frischen Verzehr bedenklich macht. Gleichzeitig braucht die Pflanze ab diesem Zeitpunkt ihre Kraft für die Regeneration.

Die Konsequenz

Oxalsäure kann Calcium im Körper binden und die Mineralstoffaufnahme beeinträchtigen. Bei üblichen Verzehrsmengen bestehen zwar keine akuten Gesundheitsrisiken, wie die LWK Niedersachsen betont — doch wer nach Juni weiter erntet, riskiert Magenreizungen und Nierenbelastung bei regelmäßigem Verzehr.

Wann ist die richtige Erntezeit für Rhabarber?

Die Rhabarberernte erstreckt sich über einen Zeitraum von acht bis zehn Wochen. Entscheidend ist nicht nur das Datum, sondern auch der Zustand der Pflanzen und die Tageszeit der Ernte.

Beginn im April

Die Erntezeit beginnt typischerweise im April, sobald die Stangen eine Länge von etwa 20–25 cm erreicht haben. Erst ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung sollte mit der Ernte begonnen werden, damit sich die Staude ausreichend etablieren kann. Im April ist der Oxalsäuregehalt am niedrigsten — perfekt für alle, die den milden, leicht süßlichen Geschmack des frühren Rhabarbers schätzen.

Ende bis Johannistag

Das traditionelle Ernteende ist der 24. Juni (Johannistag). Diese Bauernregel gilt seit Generationen und wird von Gartenexperten bestätigt. Ab diesem Datum steigt die Oxalsäure so stark an, dass ein Verzehr nicht mehr empfohlen wird.

Jahresabhängige Variationen

Der Erntebeginn kann je nach Witterung variieren. In milden Jahren startet die Ernte manchmal schon Ende April, in kühlen Jahren entsprechend später. Entscheidend ist die Pflanzengesundheit: Nur kräftige, gut etablierte Pflanzen sollten geerntet werden.

Wann ernten

Die beste Tageszeit für die Rhabarberernte ist morgens oder abends bei kühleren Temperaturen. Die Stangen werden bodennah gezogen oder mit einer sauberen Gartenschere abgeschnitten.

Was passiert, wenn man Rhabarber zu spät erntet?

Wer die Bauernregel missachtet und nach dem 24. Juni weiter erntet, riskiert mehrere Probleme — sowohl für die Gesundheit als auch für die Pflanze.

Gesundheitsrisiken durch Oxalsäure

Oxalsäure in Rhabarberstangen liegt bei 150–500 mg pro 100 g. Die tödliche Dosis liegt bei 5–15 g, wie Wurzelwerk berichtet. Das bedeutet: Bei üblichen Verzehrsmengen besteht kein akutes Risiko. Doch bei hohem Konsum kann Oxalsäure die Calciumaufnahme behindern und die Nieren belasten. Besonders gefährdet sind Menschen mit Nierenerkrankungen, Kleinkinder und Schwangere.

Auswirkungen auf die Pflanze

Neben den gesundheitlichen Bedenken leidet auch die Pflanze. Nach dem Johannistag beginnt die Regenerationsphase, in der die Staude Nährstoffe für die nächste Saison speichert. Wird weiterhin geerntet, schwächt dies die Pflanze erheblich. Das Ergebnis: Weniger Stangen im nächsten Jahr, kleinere Erträge oder sogar ein Absterben der Staude.

Der Kompromiss

Wenn nach dem Johannistag doch geerntet wird, empfiehlt Beetfreunde, die Stangen zu schälen und lange zu garen. Das Kochwasser sollte weggeschüttet werden — das reduziert den Oxalsäuregehalt spürbar. Doch dieser Kompromiss ist nur eine Notlösung, nicht die empfohlene Praxis.

Kann man Rhabarber auch noch im August ernten?

Die klare Antwort von Gartenexperten: Eine Ernte nach Juni ist nicht empfohlen. Trotzdem gibt es Grenzfälle, die eine differenzierte Betrachtung verdienen.

Sommer- vs. Herbsternte

Nach dem Johannistag steigt der Oxalsäuregehalt kontinuierlich weiter an. Ab Mitte Juni ist der frische Verzehr nach Angaben von Das Kochrezept nicht mehr angeraten. Eine Sommerernte im August wäre demnach problematisch. Noch riskanter wäre eine Herbsternte im September oder Oktober: Der Oxalsäuregehalt hat dann seinen Höhepunkt erreicht.

Alternativen zur Ernte

Statt im Spätsommer zu ernten, sollten Gärtner die Ruhephase der Pflanze nutzen. Die Stangen, die nach dem Johannistag wachsen, bleiben an der Pflanze — sie dienen der Photosynthese und Nährstoffspeicherung. Im Herbst stirbt das Laub ab, und die Pflanze überwintert in der Erde, um im nächsten April erneut auszutreiben.

Die Empfehlung

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt den Rhabarber ab August komplett in Ruhe. Lediglich die Blütenstände sollten entfernt werden, da sie der Pflanze unnötig Energie entziehen. Plantura bestätigt: Die Blüte hat keinen Einfluss auf den Oxalsäuregehalt — aber sie schwächt die Pflanze.

Was macht man mit Rhabarber, wenn die Erntezeit vorbei ist?

Nach dem Johannistag beginnt für den Rhabarber eine ebenso wichtige Phase wie die Ernte selbst: die Nachpflege und die Vorbereitung auf die kommende Saison.

Pflege nach der Ernte

Nach der letzten Ernte wird die Pflanze noch einmal gedüngt — eine Kompostgabe im Juni/Juli versorgt die Staude mit Nährstoffen für die Regeneration. Während der Ruhephase ab Juli braucht die Pflanze dann keine zusätzliche Düngung mehr. Die Blätter werden nicht entfernt; sie photosynthetisieren und versorgen die Wurzel mit Energie für den Winter.

Lagerung und Verwendung

Frisch geernteter Rhabarber hält sich im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch gewickelt, etwa eine Woche. Für längere Lagerung eignet sich das Einfrieren: Stangen in Stücke schneiden, blanchieren und einfrieren — so bleibt Rhabarber mehrere Monate haltbar. Wer Rhabarber konservieren möchte, kann Kompott oder Marmelade einkochen.

Schritte: Rhabarber richtig ernten

Fünf Punkte bestimmen die optimale Rhabarberernte von April bis Johannistag:

  1. Zeitpunkt wählen: Erntebeginn, wenn Stangen 20–25 cm lang sind; beste Tageszeit ist morgens oder abends bei kühlen Temperaturen.
  2. Stange ziehen: Rhabarberstangen möglichst bodennah fassen und mit einer drehenden Bewegung herausziehen — oder mit sauberer Gartenschere abschneiden.
  3. Blätter entfernen: Die Blätter sofort abdrehen und über den Hausmüll entsorgen; Blätter von Rhabarber sind giftig und gehören nicht auf den Kompost.
  4. Stangenanzahl begrenzen: Maximal die Hälfte der sichtbaren Triebe ernten, damit die Pflanze nicht geschwächt wird.
  5. Ernte beenden: Spätestens am 24. Juni (Johannistag) die letzte Ernte durchführen und der Pflanze fortan Ruhe gönnen.

Zeitstrahl der Rhabarberernte

April
Erntebeginn bei ausgewachsenen Pflanzen — niedrigster Oxalsäuregehalt, bester Geschmack
Mai–Juni
Haupterntephase — regelmäßig ernten, um Nachwuchs zu fördern
24. Juni (Johannistag)
Traditionelles Ernteende — Oxalsäuregehalt steigt, Pflanze braucht Regeneration
Juli–Herbst
Pflegephase, keine Ernte — Kompostgabe, Ruhe gönnen, Blütenstände entfernen

Bestätigt und unklar

Bestätigte Fakten

  • Oxalsäure steigt nach Juni deutlich an (LWK Niedersachsen)
  • Erntezeit April bis 24. Juni (Johannistag) ist wissenschaftlich begründet
  • Oxalsäure bindet Calcium im Körper (LWK Niedersachsen)
  • Pflanze braucht Regenerationsphase ab Ende Juni

Was unklar bleibt

  • Exakte Oxalsäure-Werte pro Monat aus Laboranalysen fehlen
  • Regionale Variationen (Süddeutschland vs. Norden) nicht wissenschaftlich untersucht
  • Sortenabhängige Unterschiede beim Oxalsäuregehalt unklar

Stimmen zum Thema

Nach einer alten Bauernregel soll Rhabarber nach dem 24. Juni (Johannistag) nicht mehr geerntet und verzehrt werden. Die Tradition hat tatsächlich ihre Gründe.

— LWK Niedersachsen (Landwirtschaftskammer)

Es ist eine altbekannte Gärtnerweisheit: Rhabarber soll man nur bis zum Johannistag am 24. Juni ernten. Ab da steigt die Oxalsäure.

— Beetfreunde (Gartenmagazin)

Kochen mit Weggießen des Wassers reduziert den Oxalsäuregehalt deutlich — doch nach Juni bleibt ein Restrisiko bestehen.

— Das Kochrezept (Kochmagazin)

Fazit: Gartenprofis, die die Bauernregel einhalten und der Staude ab Juli Ruhe gönnen, sichern kräftige Triebe im nächsten April. Kochbegeisterte, die Rhabarber zeitig verarbeiten, genießen niedrigen Oxalsäuregehalt und milden Geschmack. Wer die Erntezeit über den Johannistag hinaus verlängert, riskiert Gesundheitsbelastung und schwächt die Pflanze nachhaltig.

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Weitere Quellen

forum.garten-pur.de

Experten raten ähnlich wie bei der Regel bis Johannistag, die Ernte bis Ende Juni einzustellen, um Oxalsäure-Risiken zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Wann darf man den Rhabarber nicht mehr essen?

Ab Mitte Juni wird der Oxalsäuregehalt so hoch, dass ein Verzehr nicht mehr empfohlen wird. Das traditionelle Ende der Erntezeit ist der 24. Juni (Johannistag). Danach steigt das Risiko für Nierenbelastung und Calcium-Mangel.

Warum soll man Rhabarber nach Juni nicht mehr ernten?

Der Oxalsäuregehalt steigt nach Juni stark an. Gleichzeitig beginnt die Pflanze, Nährstoffe für die nächste Saison zu speichern. Wird weiter geerntet, schwächt das die Staude nachhaltig.

Kann man Rhabarber auch noch im August ernten?

Eine Ernte nach dem Johannistag ist nicht empfohlen. Der Oxalsäuregehalt ist zu hoch, und die Pflanze befindet sich in der Regenerationsphase. Wer dennoch erntet, sollte schälen, garen und das Kochwasser wegschütten.

Kann man Rhabarber im Herbst verwenden?

Eine Herbsternte (September/Oktober) ist nicht zu empfehlen. Der Oxalsäuregehalt hat dann seinen Höhepunkt erreicht. Die Pflanze sollte in Ruhe gelassen werden, damit sie im nächsten Jahr wieder kräftige Triebe bildet.

Rhabarber ernten morgens oder abends?

Am besten erntet man morgens oder abends bei kühleren Temperaturen. Die Stangen sind dann praller und brechen nicht so leicht. Man zieht sie bodennah heraus oder schneidet sie mit einer sauberen Gartenschere ab.

Kann man Rhabarber ernten, wenn er blüht?

Ja, die Blüte hat keinen Einfluss auf den Oxalsäuregehalt der Stangen. Allerdings entzieht die Blüte der Pflanze Kraft. Es empfiehlt sich, die Blütenstände zu entfernen, damit mehr Energie in die Stangen geht.

Wie lagert man Rhabarber richtig?

Frischer Rhabarber hält sich im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch gewickelt, etwa eine Woche. Für längere Lagerung: Stangen in Stücke schneiden, kurz blanchieren und einfrieren. So bleibt Rhabarber mehrere Monate haltbar.